Der Bestand als Entwurfsträger
Im abgelegenen Albulatal wurde ein baufälliges Engadinerhaus zu einem energetisch autarken Wohnhaus verwandelt – ohne seinen historischen Charakter preiszugeben. Unter der Leitung des Architekten Peter Felix entstand aus einem jahrzehntelang leerstehenden, denkmalgeschützten Ensemble – aus Wohnhaus, Stall und Scheune – ein zeitgemässes Kraftwerk, das exemplarisch zeigt, wie architektonische Qualität aus dem Weiterdenken des Bestands entsteht.
Nutzungswandel im historischen Gefüge
Der Entwurf folgt einer klaren architektonischen Haltung: Geschichte wird nicht geglättet, sondern lesbar gemacht. Die heterogene Struktur aus Bruchsteinmauerwerk und Holzstrickbau erzählt von Jahrhunderten des Umbaus und der Anpassung. Diese Spuren wurden bewusst erhalten und präzise restauriert und als Teil der architektonischen Erzählung verstanden. Sichtbare Balken, historische Holzböden, geschwärzte Oberflächen der ehemaligen Räucherkammer sowie das unregelmässige Mauerwerk bleiben präsent. Neue Eingriffe aus Sichtbeton, Glas, Stahl und unbehandeltem Lärchenholz sind klar ablesbar und treten in einen spannungsvollen Dialog mit dem Bestand. Einige Räume wurden behutsam saniert und weitgehend in ihrem Charakter bewahrt, etwa die holzgetäferte Stüva, deren Atmosphäre weiterhin von Intimität und Wärme geprägt ist. Andere Bereiche hingegen lösen sich bewusst von ihrer ursprünglichen Nutzung: Die ehemalige Scheune dient heute als grosszügiger Wohnraum, während im einstigen Stall ein Spa-Bereich untergebracht ist.
Trotz seines historischen Ursprungs erfüllt das Gebäude höchste Anforderungen an zeitgemässes Wohnen und Nachhaltigkeit. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen, kombiniert mit einer saisonalen Energiespeicherung im Fels, machen das Haus zu einem Nullenergieobjekt.

Detailarbeit im Denkmal
Besonders klar tritt der architektonische Ansatz in der Küche zutage – einem Raum, der ursprünglich als Speisekammer diente. Im Zentrum steht heute eine asymmetrische Kochinsel mit Betonabdeckung. Um die historische Gewölbedecke nicht durch sichtbare Technik zu beeinträchtigen, wurde ein Kochfelddunstabzug aus der Electrolux Profi Line integriert. Die flächenbündige Lösung direkt im Kochfeld erlaubt den Verzicht auf eine klassische Dunstabzugshaube – eine für das denkmalgeschützte Gebäude wichtige architektonische Massnahme.
Die Imperfektionen des Mauerwerks wurden nicht korrigiert, sondern lediglich gereinigt – und verleihen der Küche eine lebendige, atmosphärische Tiefe. Diese Ursprünglichkeit kontrastiert mit dem zeitgemässen Komfort der Küchengeräte von Electrolux. Über dem Weinschrank ordnen sich kompakt ein Multifunktionsbackofen, eine Vakuumierschublade und ein Steamer ein. Ihr zurückhaltendes Design fügt sich harmonisch in das Ensemble ein. Die dunklen Spiegelflächen der Geräte greifen die Tiefe des historischen Mauerwerks auf und ergänzen die reduzierte Materialpalette. Hohe Energieeffizienz und ein konsequenter Nachhaltigkeitsanspruch verbinden sich hier mit klarer architektonischer Ordnung. Im Zusammenspiel von Raum, Material, Technik und Nutzung entsteht ein stimmiges Gesamtbild.


